Buch-Empfehlungen „Agile Organisation“

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Offen, neugierig, flexibel und dynamisch – das agile Mindset

Offen, neugierig, flexibel und dynamisch – das agile Mindset

Mit dem Begriff Mindset wird die innere geistige Haltung umschrieben. Es beinhaltet unsere Denkmuster, Verhaltensweisen und Überzeugungen. Das Mindset wird durch unsere Persönlichkeit, die Prägungen, unseren kulturellen Hintergrund, die Religion, die Erziehung und besonders unsere Erfahrungen geprägt. Grundsätzlich können jeder Umstand und jede Situation erst einmal als neutral betrachtet werden. Erst unsere Einstellung unterscheidet etwas in negativ oder positiv. Die Art der Bewertung und Kategorisierung von Erlebnissen ist dafür verantwortlich, ob wir ein glückliches, zufriedenes und für uns erfolgreiches Leben führen oder ein unglückliches, stressiges und unbefriedigendes.

Das Mindset ist ähnlich zur Matrix aus dem gleichnamigen Film. Sie umfasst unsere Offenheit sowie unsere Grenzen und bestimmt, wie wir was, wann, wodurch, warum tun oder eben nicht tun: „Wenn real bedeutet, zu fühlen, riechen, schmecken und sehen, dann ist „real“ nichts anderes als elektrische Signale, die von deinem Gehirn interpretiert werden.“ (Morpheus, Matrix Teil 1)

Unsere Bewertungen entscheiden über unser Verhalten

Ein Mensch, der es bspw. verinnerlicht hat, dass ihm die Leute zuhören, wird eher selbstbewusst und frei vor anderen sprechen. Er glaubt, seine Meinung ist wichtig und sein Umfeld interessiert sich für ihn und was er zu sagen hat. Eine zweite Person hat evtl. die Erfahrung gesammelt, dass ihm niemand zuhört, oder er hat es zumindest so wahrgenommen. Die Angst vor Zurückweisung durch Ignoranz wird ihn davon abbringen, seine Meinung in einer Gruppe kundtun. Er glaubt, die Außenwelt interessiert sich nicht für ihn. So oder so ähnlich verhält es sich bei jedem Menschen in allen Themenbereichen. Wir können Gefangene unseres Mindsets – unserer Matrix – sein, wenn diese auf Misserfolg, Scheitern und Unglück programmiert ist.

Differenzierungen von Mindset-Typen

Menschen haben unterschiedliche Mindsets. Es gibt die einen, die immer die äußeren Umstände für alles verantwortlich machen. Diese ergeben sich ihrem Schicksal und sehen keine Notwendigkeit, etwas an sich selbst zu hinterfragen oder zu verändern. Dann leuchten da Menschen hervor, die den Eindruck entstehen lassen, alles zu können. Sie kennen keine Grenzen und sind sich selbst und ihrer Sache sicher. Wenn sie etwas brauchen, besorgen sie es. Wenn ihnen Wissen fehlt, holen sie die entsprechenden Menschen an Bord. Wer hat wohl ein spannenderes Leben?

Typisierungen

Fixed Mindset

Wie der Name schon sagt, haben Menschen mit einem fixed Mindset ein ziemlich starres Denkkonzept. Sie meinen in einer Welt der Restriktionen zu leben und versuchen sich in dieser durch ein möglichst angepasstes Leben zurechtzufinden. Zu ihrer Enge gehört auch der Glaube, mit bestimmten Voraussetzungen (Gaben, Talenten, Vermögen) auf die Welt gekommen zu sein und über diese keine eigene Handlungsvollmacht zu besitzen. Sie sind unbeweglich, lehnen Veränderungen ab, sehen Feedback oder andere Meinungen als persönlichen Angriff und betrachten Fehler als negativ.

Positives Mindset

Menschen mit einem positiven Mindset erleben und bewerten die Dinge, die um sie herum passieren, als positiv. Diese optimistische Grundhaltung strahlen sie aus und wirken dadurch anziehend und angenehm. Sie sehen außerdem in ihrem Gegenüber zuerst einmal das Gute und bewerten Handlungen in einem freundlichen, zugewandten Kontext. So werden auch eigene Fehler als Lernquellen interpretiert und Feedback als Entwicklungsmöglichkeit gesehen.

Digitales Mindset

Dieses spezielle Mindset bewertet grundsätzlich alle Technologien und digitalen Errungenschaften mit Neugierde, Offenheit und Technikaffinität. Sie sind besonders geeignet, um die digitale Transformation nach vorne zu bringen und empfinden dieser gegenüber eine Willkommensmentalität. Man könnte sie als begeisterte Brückenbauer zwischen der digitalen und der analogen Welt bezeichnen. Zu ihren Eigenschaften gehören außerdem Kreativität, Aktivität, Agilität und die Bereitschaft, an Feedback zu lernen.

Growth Mindset

Nomen est Omen. Personen mit einem Growth Mindset sind permanent auf Wachstum ausgerichtet. Nach ihrer Meinung besteht eine der wesentlichen Aufgaben des Menschen darin, sich immer weiterzuentwickeln und zu lernen. Dieses Lernen endet nicht im Beruf oder in der Freizeit, sondern erstreckt sich auch auf die Persönlichkeitsentwicklung und ihr eigenes Mindset. Fehler werden als Chancen begriffen und Neues unvoreingenommen begrüßt. Sie begreifen ihre Gedanken als beengendes Konstrukt und arbeiten daran, die darin enthaltenen Grenzen immer weiter aufzubrechen. Neugierde, Begeisterungsfähigkeit, Tiefgründigkeit, Reflexionsfähigkeit und die Bereitschaft, sich selbst immer wieder in Frage zu stellen gehören zu ihren Eigenschaften.

Agiles Mindset

Menschen mit einem agilen Mindset verstehen den Zustand der Veränderung oder auch Unsicherheit als normal. Sie brauchen keine festen Strukturen, um sich sicher zu fühlen. Innerlich sind sie bereit, angemessen auf alle Erfordernisse zu reagieren. Sie sind extrem beweglich, aufgeweckt, lernfreudig, aktiv und innovativ. Sie unterstützen agile Prozesse in Unternehmen oder der Gemeinschaft. Nötige, agile Eigenschaften werden von diesen Menschen bereits vorgelebt. Sie sehen Fehler als natürlichen Teil des Prozesses, sind offen durch sie zu lernen und auch ihr Wissen mit allen zu teilen.

Wie kann man sein Mindset verändern?

Die Arbeit am Mindset ist zwar schwierig und herausfordernd, doch ebenso Früchte tragend und befriedigend. Zuerst einmal müssen wir uns bewusst werden, dass wir ein bestimmtes Mindset haben und dieses annehmen. Im nächsten Schritt können wir überlegen, wie wir stattdessen denken, bewerten oder einordnen möchten. Vielleicht nerven wir uns ja selbst schon seit geraumer Zeit mit einer festgefahrenen Eigenschaft. Wenn dem so ist, können wir uns überlegen, wie wir zu dieser Denkweise oder diesem Verhalten gekommen sind. Was war es, was uns dorthin entwickelt hat? Manchmal gelingt mit diesem Erkennen schon die Veränderung. Oft muss jedoch an einer neuen Einstellung und Handhabung gearbeitet werden. Mehr dazu in einem weiteren Blog-Artikel.

Allgemein können wir zudem folgendes tun:

  • Uns mit positiven Menschen umgeben
  • Erfolgsstorys lesen
  • Motivierende Vorträge hören
  • Zeit mit uns selbst verbringen
  • Uns in der Natur aufhalten
  • Lachen
  • Durchatmen
  • Negative Gedanken durch positive austauschen
  • Filme mit positiven Botschaften schauen
  • Runterziehende Berichte, Artikel, Dokus oder Filme meiden
  • U.v.m.

Fazit

Vielleicht geht es im Film Matrix gar nicht um eine künstliche, von Fremden geschaffene Welt, in der die Menschheit versklavt und ausgebeutet wird. Vielleicht ist es die Matrix unserer eigenen Gedankenwelt, die uns einsperrt. Das eigene Mindset zu hinterfragen und daran zu arbeiten, kann unser Leben verändern. Traditionelle Unternehmen wandeln sich zu agilen Organisationen. Diese suchen Mitarbeiter mit einem agilen Mindset als Voraussetzung, um agil arbeiten zu können. Doch das agile Sein in der Unternehmenskultur ist nur ein Teil der menschlichen Entwicklung. Der Mensch mit einer agilen Ausrichtung nimmt selbst sein Leben selbst in die Hand. Er entscheidet eigenverantwortlich und wird für seine Welt zum Gestalter und Schöpfer.